Chronik


 

In der ordentlichen Hauptversammlung am 31.Jänner 1889 wurden für den Bau einer Hütte im Krimmler Achental Friedrich Ernst Berger, Anton Richter und Franz Josef Sieber mit der Durchführung beauftragt.


Auf Antrag des Sektionsmitgliedes Wolff aus Zittau sollte das Schutzhaus den Namen „Warnsdorfer Hütte“ tragen, weil in der Stadt Warnsdorf die Sektion gegründet wurde.


Postmeister Schett in Neukirchen übernahm die Ausführung des Baues, der bis zum Einbruch des Winters 1890 im Rohbau fertig gestellt wurde.

Mit Rat und Tat stand während dieser zeit der Prager Obmann Johann Stüdl der Erbauern zur Verfügung, damit eine fortschrittliche, der Zeit entsprechende Schutzhütte dem Wanderer und Bergsteiger Einkehr und Unterkunft bieten konnte.

 

Der Hüttenbau samt Einrichtung und dem erforderlichen Wegbau erforderte eine Summe von 6000 Gulden.


Am 24. Juli 1891 fand schließlich auf der Warnsdorfer Hütte die feierliche Schlüsselübergabe durch Baumeister Schett an Friedrich Ernst Berger statt. Die Bewirtschaftung der Hütte übernahm der Tauernhauswirt Anton Hofer.

Durch die Inbetriebnahme der Pinzgauer Bahn von Zell am See nach Krimml am 3. Jänner 1898 nahm die Warnsdorfer Hütte einen enormen touristischen Aufschwung. So konnten schon im ersten Hüttenjahr 1891 140 Hüttenbesucher verzeichnet werden.


Der Besucherstrom zur Warnsdorfer Hütte stieg von 424 im Jahr 1897 auf 851 im Jahr 1898.

Nach einigen Umbauten verfügte die Hütte über 24 Betten, und die Besucherzahl stieg auf 967 im Jahr 1899 an. Sie war damit eine der bestbesuchten Hütten im ganzen Alpengebiet.

Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 erlahmte jede alpinistische Tätigkeit. Als Folge des verlorenen Krieges und Gründung der CSSR musste die Sektion Warnsdorf aus dem Gesamtverein des DuÖAV ausscheiden und im neuen Staatsverband 1920 einen eigenen Verein gründen.


Auch die Weltwirtschaftskrise hemmte weit in die 30 er Jahre den Besuch der Warnsdorfer Hütte.


Nach Ende des 2. Weltkrieges 1950 riefen ehemalige AV-Mitglieder und andere Bergsteiger zur Wiederaufnahme alpiner Tätigkeit auf, um den auch in Österreich vorübergehend beschlagnahmten Hüttenbesitz zu erhalten. So wurde während des Krieges die Warnsdorfer Hütte in „Theodor- Happrecht-Haus“ umbenannt.

Nach der Wiedergründung des Vereins als „Gruppe Warnsdorf“ innerhalb der Sektion Oberpinzgau des OeAV wurde die Warnsdorfer Hütte wieder an die Gruppe Warnsdorf zurückgegeben und im Laufe der Jahre an die Erfordernisse der Zeit angepaßt:

 

1970: Inbetriebnahme der Materialseilbahn


1984: Bau des Kleinkraftwerks


1991: Umbau der Warnsdorfer Hütte


1991: Inbetriebnahme der biologischen Kläranlage

 

1992: Eröffnung und Einweihung der „neuen“ Warnsdorfer Hütte


1997: Auszeichnung mit dem Umweltgütesiegel

 

Quelle: OeAV Festschrift „100 Jahre Alpenverein Warnsdorf“